Impressionen vom 20.06.2009
Nachfolgend finden sie zahlreiche Bilder und zwei Pressemeldungen zur Veranstaltung.
„Blinde und Sehbehinderte fuhren Auto“, Bericht des ABSV Berlin, Paloma Rändel
„Jedes Mal ein neues Erlebnis“, Artikel aus dem Uckermark Kurier vom 22.06.2009
Fotos von der Veranstaltung
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Ganze Gruppen kommen zur Veranstaltung angereist.
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Die Strecke wartet nur darauf, befahren zu werden.
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Viele Gäste waren aus allen Teilen Deutschland angereist.
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Zum Glück wurden die Wartenden durchgängig von der Sonne beschienen.
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Von den alten Hangaren bekam man einen guten Überblick.
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Den ganzen Tag stellten die Fahrlehrer ihre Wagen und Kenntnisse zur Verfügung.
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Beim Einsteigen achten die Fahrlehrer auf die Köpfe der Teilnehmer.
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Ausführlich erläutern die Fahrlehrer die Funktionsweise des Wagens.
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Auch Quad und Motorräder konnten ausprobiert werden.
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Es herrschte reger Andrang für die Quads.
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Nach langem Warten geht es endlich zum Auto.
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Erste Eindrücke werden direkt ins Gästebuch übertragen.
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Nach dem Eintragen wird der Text nochmal komplett vorgelesen.
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Auch andere Teilnehmer tragen sich in das Gästebuch ein.
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Glückliche Teilnehmer gab es überall zu sehen.
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Als Mitorganisator war der ABSV Berlin auch direkt vor Ort.
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Auch Rundflüge waren in einer kleinen Maschine möglich.
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Unter akustischer Anleitung bewegten sich die Teilnehmer mit den Wagen sicher über das Gelände.
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Auch die Kinder waren begeistert.
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Herr Sperling kümmert sich um alle Teilnehmer und fährt auch selbst.
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Bizarre Wolkenformationen über der Fahrstrecke.
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Kaffee und Kuchen konnten in der Sonne genossen werden.
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Neben vielen Fahrschulwagen war auch ein Truck war vor Ort.
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Eine der seltenen Fälle, in denen geblitzt werden, Spaß macht.
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Männer und Frauen wollen das Fahren erfahren und freuen sich auf diese Chance.
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Der Blitzer zog das Interesse der Fahrlehrer auf sich.
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Die Veranstaltung klang mit den Worten von Herrn Sperling und Herrn Dr. Friedebold aus.
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Auch der Sprecher des Fahrlehrerverbandes freut sich über die gelungene Veranstaltung.
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Bevor es nach Hause geht, tauschen sich die Besucher noch aus.
„Blinde und Sehbehinderte fuhren Auto“
Bericht von Paloma Rändel, ABSV Berlin
Berlin (kobinet) Eberhard Dietrich hat sich schon lange auf diesen Tag gefreut. Endlich ist es soweit: Ein sympathischer Fahrlehrer steht mit seinem roten Golf bereit. Nach einer kurzen Einweisung geht`s los. Das Auto bewegt sich ruhig über die Piste, zu hören ist nur die Stimme des Fahrlehrers: „Ein bisschen nach rechts, jetzt voll nach links und Kupplung treten.“ Der blinde Fahrer hört konzentriert zu, befolgt akkurat die Anweisungen des Fahrlehrers und sitzt entspannt am Steuer des Fahrzeugs. Jetzt biegt das Auto auf eine gerade Strecke - eine Chance, stärker auf`s Gaspedal zu treten.
Die Tachonadel schlägt aus und zeigt 160 km/h an. Kein Problem, die riesige Anlage erlaubt schnelles Fahren sowie Lenk- und Bremsmanöver ohne Risiko.
Auf eine schnelle Reaktionszeit kam es bei dem anschließenden Hütchen-Parcours an, links, rechts, links, rechts - kein Hütchen ist umgefahren worden.
Und zum Schluss noch einmal eine große Runde zur Entspannung. Eberhard Dietrich ist zufrieden und schmunzelt: „So schnell bin ich letztes Mal nicht gefahren.“
Ähnlich begeistert waren die Reaktionen der über 350 blinden und sehbehinderten Teilnehmer aus ganz Deutschland, die sich am vergangenen Samstag in Groß Dölln getroffen haben, um einmal selbstständig ein Fahrzeug zu fahren.
Neben PKWs verschiedener Fabrikate standen sogar LKWs und Busse zur Verfügung. Das Autofahren für Blinde und Sehbehinderte ist in dieser Größenordnung einzigartig und verdankt seinen Erfolg der langjährigen Kooperation des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin mit den Fahrlehrerverbänden Berlin und Brandenburg sowie dem Driving Center Groß Dölln, das seine für diese Veranstaltung geradezu ideale Anlage kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Der ehemalige Militärflugplatz ist heute das größte Fahrtrainingszentrum Europas.
Rund 100 Fahrlehrer aus Berlin und Brandenburg waren mit ihren Fahrschulfahrzeugen in die Schorfheide gekommen, um den blinden und sehbehinderten Menschen dieses Fahrerlebnis zu ermöglichen. Für sie war es selbstverständlich, dass sie so einen Tag ehrenamtlich unterstützen und dabei sogar auf mögliche Einnahmen verzichten.
Viele der Teilnehmer waren bereits zum wiederholten Mal dabei, schließlich findet das Autofahren für Blinde und Sehbehinderte bereits zum neunten Mal statt. In diesem Jahr gab es besonders spannende Zusatzangebote: So konnte man in einem Überschlagfahrzeug erfahren, wie wichtig es ist, sich anzuschnallen und trainieren, wie man sich aus einem auf dem Kopf stehenden Fahrzeug befreit. Viele Blinde und Sehbehinderte konnten an diesem Tag zum ersten Mal Motorrad oder Quad fahren - das allerdings auf dem Sozius. Ganz Mutige nahmen an einem Rundflug über das Gelände teil. Bei schönem Wetter und volksfestartiger Stimmung kam jeder auf seine Kosten. Erschöpft, aber glücklich nahmen alle Teilnehmer am späten Nachmittag wieder Platz in „ihrem“ Fahrschulfahrzeug, mit dem sie zurück nach Berlin gebracht wurden.
„Jedes Mal ein neues Erlebnis“
Uckermark Kurier - Templiner Zeitung, Artikel vom 22.06.2009
Von Maika Skoupy
Gross Dölln. Behutsam führt Kerstin Range die Hände von Jochen Dreher über das Lenkrad ihres Volvo, über die Armaturen, den Schalthebel, die Handbremse. Ende der 90er Jahre hat der 32-Jährige seine Sehkraft eingebüßt.
Seither kann er nur hell und dunkel unterscheiden. Dennoch genießt er es, hinter dem Lenkrad eines Pkw zu sitzen und mit bis zu 100 Kilometer pro Stunde über die Piste zu flitzen. Fahrlehrerin Kerstin Range sitzt neben ihm in ihrem Fahrschulwagen, immer bereit, notfalls einzugreifen.
Der Berliner ist einer von rund 350 Menschen, die am vergangenen Sonnabend zum „Autofahren für Blinde und Sehbehinderte“ zum Driving Center Groß Dölln gekommen waren. Zum neunten Mal insgesamt und zum zweiten Mal auf dem ehemaligen Militärflugplatz hatte der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV), in dem Jochen Dreher Vorstandmitglied ist, zu dieser Aktion eingeladen. Unterstützt wird der Verein dabei von den Fahrlehrerverbänden Berlin und Brandenburg.
„Im Auto mitzufahren, ist für mich nichts Besonderes. Obwohl ich an jeder der Aktionen teilgenommen habe, ist es jedes Mal ein neues Erlebnis, den Wagen zu steuern oder selbst zu schalten“, erklärt Jochen Dreher. Schon einige Fahrzeugtypen und ihr Handling hat er auf diese Weise kennengelernt. „Der Volvo fährt sich klasse“, stellt er nach seiner Tour über die Landebahn fest.
Rund 100 Fahrlehrer, auch aus der Uckermark, waren mit gut 50 bis 60 Pkw, Motorrädern, Quads und einem Lastkraftwagen in diesem Jahr bei der Blindenfahraktion dabei. Auch für sie bringt der Tag immer wieder neue Erfahrungen. „Nein. Angst nicht. Aber anders als bei sehenden Fahrschülern bin ich hier doch sehr viel angespannter“, meint Reinhard Kendziora. „Vor allem, wenn die blinden und sehbehinderten 'Fahrschüler' mit 120 Sachen über die Piste jagen.“ Ein normaler Fahrschüler, so der 56-Jährige aus Berlin-Köpenick, könne immer noch selbst Gefahren erkennen und rechtzeitig bremsen. In Groß Dölln müsse er den Blinden und Sehbehinderten das Gefühl für Geschwindigkeit und Bremsverhalten geben.
Nicht nur im Pkw und hinter dem Lenkrad eines Lasters konnten sich die Teilnehmer ausprobieren. Als Mitfahrer bekamen sie auch ein Gefühl für die Fahrt mit Motorrädern oder Quads.
Von Jahr zu Jahr, so Jochen Dreher, steige die Zahl der Teilnehmer. Sogar aus dem Ausland, in diesem Jahr beispielsweise aus Österreich und der Schweiz, nehmen Teilnehmer die lange Anfahrt in Kauf, um das Gefühl des Selbstfahrens zu erleben.
